Geschichte

Vom öffentlichen Schwimmbad zum kulturellen Treffpunkt


Das Hallenbad am Schachtweg wurde 2002 als Schwimmstätte geschlossen. Vielen Wolfsburgern war dieser Ort ans Herz gewachsen, verbanden sich doch viele Kindheits- und Jugenderinnerungen mit ihm.  Zunächst gab es viele Vorstellungen darüber, wie mit dem Gebäude weiter verfahren werden sollte, schließlich  kristallisierte sich immer mehr der Vorsatz heraus, das Haus zu erhalten. Ziel der Stadt Wolfsburg war es, die in einem Workshop mit öffentlicher Beteiligung geäußerten Nutzungswünsche soweit möglich zu realisieren. Bürger aller Altersgruppen sollten sich mit dem neuen „Hallenbad“ identifizieren können.

Nach einem langen Planungs- und Entscheidungsprozess wurde im Mai 2006 mit den Bauarbeiten begonnen. Sie bestanden im Wesentlichen aus Umbau- und Sanierungsmaßnahmen mit zusätzlichen Neubauteilen zur Abrundung und Funktionsergänzung des Baubestandes. Die ehemaligen Schwimmbecken und zugehörigen Funktionsräume wurden mit wenigen, der neuen Nutzung angepassten Umbauten kaum verändert, um den Charakter des in der Bevölkerung in guter Erinnerung gebliebenen Bades zu erhalten.

Es wurde Wert darauf gelegt, die vorhandenen Räumlichkeiten soweit wie möglich beizubehalten und behutsam durch Anbauten und passende Materialien zu ergänzen. Bewusst wurden einige Bereiche nur substanziell hergerichtet, um die behördlichen Auflagen und notwendigen Sicherheitsvorkehrungen zu gewährleisten. Auch aus pädagogischen und künstlerischen Gesichtspunkten sollten Teilbereiche von den jeweiligen Nutzern selbst fertig gestellt werden, z.B. die Proberäume und die Ateliers. Auch wurde auf eine möglichst große Alltagstauglichkeit und Dauerhaftigkeit der verwendeten Materialien Wert gelegt.

Es entstanden drei Veranstaltungssäle mit flexiblen Nutzungsmöglichkeiten, ein verbindendes Foyer mit den notwendigen Nebenräumen sowie ein Gastronomiebereich zur Ergänzung der Veranstaltungen. Darüber hinaus erhielt das Tanzende Theater Wolfsburg einen 260 m² großen Probenraum. In Teilbereichen des ehemaligen Technikkellers wurden Probe- und Atelierräume sowie ein Tonstudio erstellt. Im ehemals ungenutzten Innenhof entstand neben dem Ausbau des Foyers eine beschauliche Oase in Form eines Cafégartens.

Auch nach der Eröffnung wurde beständig weiter gebaut, umgestaltet und erweitert, was durch die Bereitstellung von zusätzlichen Mitteln ermöglicht wurde. Für die Mitarbeiter stellte dies zeitweilig eine gewisse Herausforderung dar, das Ergebnis war jedoch überzeugend: In der ehemaligen Sauna entstanden neue Büroräume, der ehemalige Außenbereich der Sauna wurde zu einem Bambus-Patio umgestaltet, der von dem Team im Sommer gerne genutzt wird. Der Sauna-Klub wurde wegen der stetig steigenden Gästezahl vergrößert, und der Gastronomiebereich erfuhr ebenfalls eine komplette Umgestaltung. Außerdem wurde das angrenzende Gelände an die Schwimmerhalle zu einem Biergarten umgestaltet, der in den Sommermonaten geöffnet hat.

So scheint das Hallenbad niemals „fertig“ zu sein, und das ist auch gut so: So wie inhaltlich Dinge in Bewegung bleiben, verändert sich auch das Haus kontinuierlich weiter. So gibt es immer noch Optionen: Der Umbau weiterer Bereiche, wie der ehemalige Turm mit der Zuschauertribüne und großflächige Kellerräume unter dem Schwimmerbecken, konnte aus Kostengesichtspunkten bisher nicht verwirklicht werden, stellt aber eine spannende Perspektive für die Zukunft dar.